ONVIF
Auch bekannt als: Open Network Video Interface Forum
ONVIF ist ein herstellerübergreifender Standard, der festlegt, wie IP-Kameras, NVRs und Videosoftware verschiedener Hersteller miteinander sprechen.
ONVIF definiert ein gemeinsames Protokoll dafür, wie eine IP-Kamera ihre Fähigkeiten meldet, wie Video- und Audiostreams abgerufen werden und wie Grundfunktionen wie Schwenken, Zoomen oder Ereignisse ausgetauscht werden. Ohne einen solchen Standard müsste jede Kombination aus Kamerahersteller und Aufzeichnungssoftware eigens unterstützt werden. ONVIF wurde ursprünglich von mehreren großen Herstellern gemeinsam entwickelt, um genau das zu vermeiden.
In der Praxis erkennt man ONVIF-Unterstützung an der Angabe eines ONVIF-Profils in den technischen Daten, etwa Profil S für Video-Streaming oder Profil T für erweiterte Funktionen. Beim Einrichten lässt sich eine ONVIF-kompatible Kamera über einen Gerätesuchlauf im NVR oder in der VMS-Software finden und einbinden, statt sie manuell und herstellerspezifisch zu konfigurieren. Das erleichtert es, Kameras verschiedener Hersteller in einem System zu kombinieren.
Ein Grenzfall: ONVIF-Kompatibilität bedeutet nicht, dass jede Funktion einer Kamera nutzbar ist. Herstellerspezifische Zusatzfunktionen wie bestimmte KI-Auswertungen laufen oft nur über die eigene Software des Herstellers und werden über ONVIF gar nicht oder nur eingeschränkt angeboten. Wer sich beim Kauf allein auf das ONVIF-Logo verlässt, sollte trotzdem prüfen, welche konkreten Funktionen im Zusammenspiel mit dem eigenen NVR tatsächlich funktionieren.
Was das im Betrieb heißt
Im Betrieb zeigt sich der Wert von ONVIF, wenn eine bestehende Anlage erweitert oder eine defekte Kamera ersetzt werden muss, ohne gleich das gesamte System auszutauschen. NDVDL achtet beim Kameraeinkauf auf ONVIF-Konformität, um Betriebe nicht an einen einzelnen Hersteller zu binden.
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