Standpunkt

Cloud ist keine Glaubensfrage

Cloud-Zwang und Cloud-Verweigerung haben denselben Fehler: Sie entscheiden, bevor sie die Anwendung kennen.

Unsere Position

Wir entscheiden Cloud oder eigener Server pro Anwendung, nicht pro Unternehmen — und die erste Frage ist immer, was passiert, wenn die Leitung ausfällt.

Cloud oder eigener Server — was ist richtig?

Die Frage ist falsch gestellt, solange sie für ein ganzes Unternehmen beantwortet wird. Eine Warenwirtschaft, eine Dateiablage, eine Steuerung in der Produktion und ein Mailpostfach unterscheiden sich darin, wer von wo zugreift, wie viele Daten bewegt werden und wie lange Stillstand tragbar ist — und haben deshalb unterschiedliche richtige Antworten. NDVDL geht die Anwendungen einzeln durch und stellt bei jeder dieselben drei Fragen: Wer braucht Zugriff, von wo aus, und was tut der Betrieb, wenn die Internetleitung einen halben Arbeitstag weg ist. Erst danach steht fest, was nach außen gehört, was im Haus bleibt und wo beides zusammenspielen muss. Wer die Entscheidung vorab trifft, spart sich diese Arbeit und merkt erst im laufenden Betrieb, wo sie gefehlt hat.

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Ein Haus hat nicht eine Anforderung, sondern viele

In einem Betrieb läuft selten nur eine Anwendung. Da ist das System, an dem die Auftragsabwicklung hängt. Da ist die Ablage, in der Pläne, Angebote und Verträge liegen. Da ist vielleicht eine Steuerung in der Produktion, die nichts weiter tun muss, als zuverlässig zu laufen. Diese Anwendungen unterscheiden sich in fast allem, was für die Entscheidung zählt: Zugriffsorte, Datenmengen, Reaktionszeiten, Empfindlichkeit gegen Stillstand.

Eine Grundsatzentscheidung für oder gegen Cloud legt für all diese Fälle dieselbe Antwort fest, bevor die Fälle überhaupt betrachtet wurden. Manchmal passt das. Häufiger führt es dazu, dass eine Anwendung an einem Ort läuft, der ihr nicht entspricht — und die Folgen tauchen später als Betriebsprobleme auf, die niemand mehr mit der ursprünglichen Entscheidung in Verbindung bringt.

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Die Internetleitung wird Teil der Anlage

Sobald eine Anwendung außer Haus läuft, gehört die Leitung dorthin zur Anwendung. Das ist kein Argument gegen Cloud, sondern ein Punkt, der in die Planung gehört. Man muss wissen, welche Anwendungen einen Ausfall aushalten und welche nicht — und ob es für die zweite Gruppe einen zweiten Weg ins Netz gibt oder eine Möglichkeit, vorübergehend ohne auszukommen.

Für den eigenen Serverraum gilt dasselbe mit umgekehrtem Vorzeichen: Auch dort fällt etwas aus, nur trägt man es dann selbst — Strom, Kühlung, Hardware, Wiederherstellung. Die ehrliche Frage ist nicht, welche Variante nie ausfällt, sondern welche Ausfälle ein Betrieb verkraftet und wer sie in dem Moment behebt.

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Datenhoheit heißt vor allem: Sie kommen wieder heraus

Im Alltag ist Datenhoheit weniger eine Frage des Standorts als eine Frage der Beweglichkeit. Wer hat administrativen Zugriff. In welchem Format bekommen Sie Ihre Daten zurück, wenn Sie sie zurückwollen. Wie aufwendig ist ein Wechsel, und ist er überhaupt vorgesehen. Diese Punkte klärt man vor dem Einzug, nicht beim Auszug.

Für manche Daten kommen betriebliche oder vertragliche Gründe dazu, sie im Haus zu behalten. Ob solche Gründe in Ihrem Fall vorliegen, klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung — das ist nicht unsere Rolle. Unsere Aufgabe ist, die technische Seite so zu bauen, dass die Entscheidung, die Sie treffen, umsetzbar bleibt und später auch wieder revidierbar ist.

Was für die klare Grundsatzentscheidung spricht

Für ein einheitliches Bekenntnis spricht mehr, als uns lieb ist. Ein Haus, das konsequent außer Haus arbeitet oder konsequent im eigenen Serverraum, hat eine Sorte Zugänge, eine Sorte Sicherungen, eine Sorte Störungsmeldungen — und jeder im Team weiß nach kurzer Zeit, wo er nachsehen muss, ohne dass jemand die Architektur erklären muss. Mischformen erzeugen dagegen Schnittstellen, und Schnittstellen sind genau die Stellen, an denen Verantwortung verloren geht: Klemmt die Verbindung zwischen zwei Systemen, zeigt jede Seite mit guten Gründen auf die andere, und der Betrieb steht zwischen zwei Erklärungen, die beide stimmen können. Wer sich einmal entscheidet und dabei bleibt, kauft sich diese Grauzone nicht ein — das ist ein realer Vorteil und kein Denkfehler, und in kleinen Umgebungen ohne eigene IT-Verantwortliche wiegt er oft schwerer als die technisch passendere Verteilung.

Was das für die Zusammenarbeit heißt

  • Wir gehen vor einem Angebot Ihre Anwendungen einzeln durch, statt eine Standardarchitektur anzubieten — das dauert länger und macht unsere Angebote schwerer vergleichbar, weil jedes anders aussieht.
  • Wo eine Mischform entsteht, benennen wir die Schnittstellen und halten vorher schriftlich fest, wer bei welcher Störung zuständig ist und wen Sie zuerst anrufen.
  • Wir bauen keine Lösung, die wir beim nächsten Kunden einfach wiederverwenden — was bei Ihnen passt, wird anderswo neu geprüft, und das ist Aufwand, den wir tragen.

Klingt das nach Ihrer Situation?

Dann reden wir darüber, was das für Ihren Betrieb konkret bedeutet.

Serverraum
Nachgefragt

Was uns dazu gefragt wird

Weder noch, jedenfalls nicht von selbst. Sicherheit entsteht in beiden Fällen aus denselben Dingen: sauber vergebene Zugänge, Zwei-Faktor-Anmeldung, aktuelle Systeme, geprüfte Sicherungen und jemand, der regelmäßig hinsieht. Ein vernachlässigter Server im Keller und ein nachlässig konfigurierter Cloud-Zugang sind beide angreifbar, nur auf verschiedene Weise.

Meistens nicht. Bestehende Hardware steht oft aus guten Gründen da und hat noch Nutzungsdauer vor sich. Wir sehen uns an, was darauf läuft, und verschieben nur das, wofür ein Umzug einen erkennbaren Nutzen hat. Der Rest bleibt, wo er ist, und wird ordentlich weiterbetreut.

Ja, sie sind es. Jede Verbindung zwischen zwei Systemen ist eine Stelle, die ausfallen kann und betreut werden muss. Deshalb schlagen wir eine Mischform nur dort vor, wo sie einen konkreten Grund hat — und wenn wir sie vorschlagen, gehört die Zuständigkeitsfrage in dieselbe Unterlage wie die Technik.

Mit einer Liste. Welche Anwendungen gibt es, wer arbeitet damit, von wo aus, und wie lange kann jede davon stillstehen, ohne dass es im Betrieb weh tut. Diese Liste entsteht in wenigen Gesprächen und beantwortet die Cloud-Frage anschließend zu einem großen Teil von selbst.

Reden wir vor der Entscheidung, nicht danach

Wir gehen Ihre Anwendungen mit Ihnen durch und sagen Ihnen, was aus unserer Sicht wohin gehört — auch dann, wenn die Antwort lautet, dass alles bleiben kann, wo es ist.